News
06.03.2010
7. Calwer Steuer- und Medienfachtag: Aufklärung in Sachen Steuern
Die Forderung nach Transparenz und Verständnis von Steuern ist im Mittelpunkt des siebten Steuer- und Medienfachtags der SRH Hochschule Calw gestanden.
Kaum ein Laie ist in der Lage, sich ohne die Hilfe eines Experten im grauen Dschungel des Steuergesetzes zu Recht zu finden. Umgekehrt gibt es wenige Fachleute die es verstehen, die komplexen Inhalte verständlich und zugleich präzise darzustellen. Es sei aber ebenso Recht wie zugleich Notwendigkeit, dass Steuern verstanden werden können, begründet Claudia Ossola-Haring, Rektorin der SRH Hochschule Calw, das Novum, den traditionellen Steuerfachtag der Hochschule und der Sparkasse Pforzheim Calw mit einem Medienfachtag zu verknüpfen. Auch Hans Neuweiler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, betonte das Erfordernis "guter und richtiger Kommunikation", die Schäden abwende, oder im Ernstfall zu den "Aufräumarbeiten" nach einer Krise beitrage.
Tenor der sechs hochkarätigen Referenten, darunter mit Hermann-Josef Tenhagen und Anke Kolb-Leistner die Chefredakteure der Zeitschriften "Finanztest" und "SteuerConsultant", war ein Plädoyer für Verbraucherschutz durch Transparenz, Beratung und sachgemäße Berichterstattung.
Entgegen den Untergangspropheten, die das Erfolgsmodell "Westen" für gescheitert erklären, entwarf Thomas Borer-Fielding, Unternehmensberater und ehemaliger Botschafter der Schweiz in Deutschland, in seinem Vortrag zur Lage Deutschlands und Europas als Standort ein durchaus optimistisches Bild. Die "tektonischen Machtverschiebungen" seien zwar spürbar, doch weder im fundamentalistischen Islamismus, noch im autoritären chinesischen Staatswesen sehe er eine echte, langfristige Konkurrenz für das westliche System. Eine akutere Bedrohung sei die Situation während des Kalten Kriegs gewesen, so Borer-Fielding, doch schon damals hätten Werte wie Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie gesiegt. Dem Trend, der China als den Standort der Zukunft preist, widerspricht der Schweizer und warnt vor dem erheblichen Länderrisiko der Volksrepublik. Die Tatsache, dass die Landbevölkerung nicht in den Wirtschaftskreislauf integriert sei, berge Potenzial für Spannungen. Außerdem verwies Borer-Fielding auf die Umweltprobleme, welche die Volksrepublik noch zu bewältigen habe, die bislang 70 Prozent ihres Energiebedarfs durch Kohle deckt.
Deutschland und Europa seien wettbewerbsfähige Standorte, wenn man nicht versuche, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Man müsse sich an den Gedanken gewöhnen, dass Konkurrenz natürlich und nichts Schlechtes sei. Stattdessen gelte es, dem Wirtschaftsmotor China, der selbst in der Krise auf Hochtouren laufe, Innovation, Produktivität und Bildung entgegenzusetzen. Als Schwäche des europäischen Raums bezeichnete er das politische Eingreifen bei der Harmonisierung der Steuer- und Sozialabgaben, sowie die hohe Verschuldung vieler Staaten.
Die Vorträge aller Referenten stehen ab Mittwoch, 10. März, auf der Homepage der SRH Hochschule Calw.
(Quelle: Schwarzwälder Bote, Bild: SRH Hochschule Calw)

