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01.02.2010
Calwer Hochschule stellt sich neu auf
Wissenschaftsrat empfiehlt Abkehr vom „Calwer Modell“ der Gründungsphase.
Die staatlich anerkannte SRH Hochschule Calw zieht die Konsequenzen aus einer Empfehlung des Wissenschaftsrats zur institutionellen Akkreditierung und wird sich vom Hochschulmodell des Gründerkreises um den Calwer Steuerberater Bernd Neufang lösen. Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende der SRH, Prof. Klaus Hekking, in einer Stellungnahme zum Gutachten des Wissenschaftsrats.
Bei der Gründung der privaten Hochschule im Jahr 2001 wurde das „Calwer Modell“ als innovatives Lehrprinzip eingeführt, bei dem freiberuflich tätige Wirtschaftsprüfer und Steuerberater als Professoren und Dozenten die Lehre übernehmen. Dahinter stand die Überlegung, den Studierenden nicht nur eine solide theoretische Ausbildung zu bieten, sondern ihnen auch die Arbeitsweise und den Praxisbezug freier Berufe authentisch und aktuell zu vermitteln. Dies führte in den vergangenen Jahren zu einer hohen Vermittlung der Absolventen in den Arbeitsmarkt.
Der Wissenschaftsrat hat in seinem Gutachten zur institutionellen Akkreditierung die positive Entwicklung unter dem neuen Träger SRH seit 2005 bestätigt und die Qualität der Lehre nicht beanstandet. Er hat sich aber dafür ausgesprochen, das „Calwer Modell“ der Gründer durch ein Hochschulmodell zu ersetzen, in dem die Lehre überwiegend von hauptberuflichen Professoren durchgeführt wird.
Der Träger und die Hochschulleitung werden nun prüfen, welche Konsequenzen im Einzelnen aus dem Gutachten des Wissenschaftsrats zu ziehen sind. Dazu werden sie in den nächsten Wochen Gespräche mit dem baden-württembergischen Wissenschaftsministerium führen. Dieses ist für die staatliche Anerkennung privater Hochschulen zuständig.
Das Votum des Wissenschaftsrats ist eine Empfehlung und hat keine Auswirkungen auf den Studienbetrieb, der in vollem Umfang weitergeführt wird. Alle Studiengänge in Calw sind von einer unabhängigen Akkreditierungsagentur fachlich akkreditiert worden. Studienleistungen und Abschlüsse aller eingeschriebenen Studierenden sind weiterhin gesichert.
In Calw studieren derzeit 300 junge Menschen in den Fachbereichen Steuern und Prüfungswesen sowie Medien- und Kommunikationsmanagement. Zum Wintersemester 2011/12 ist der Ausbau auf bis zu 500 Studienplätze vorgesehen.
