Finanzierung des Qualitätsjournalismus der Zukunft
Krise hier, Krise dort: Wo man hinblickt, scheint die Medienwelt aus den Fugen zu geraten.
Wie meistern regionale Tageszeitungen die Finanzierungskrise? Welche Maßnahmen haben Redaktionen und Verlage eingeleitet? Wird die Printmedienbranche gegen digitale Angebote auf Dauer bestehen können?
Diesen Fragen gehen 14 Masterstudenten des Studienganges Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien Calw derzeit nach. Das Forschungsprojekt „Finanzierung des Qualitätsjournalismus der Zukunft“ in Kooperation mit dem Institut für Verbraucherjournalismus, soll durch gezielte Befragung betroffener Zeitungsredaktionen Licht ins Dunkel bringen.
Die Printmedienbranche hat besonders unter den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu leiden. Nicht nur mittelständische Unternehmen, sondern auch zahlreiche Großunternehmen gingen als Anzeigenkunden verloren. Bereits 2003 war das „duale Finanzierungskonzept“ der deutschen Tageszeitungen ernsthaft erschüttert worden: Die Anzeigenumfänge, deren Erlöse bis dahin bis zu zwei Drittel der Finanzierung ausgemacht hatten, waren innerhalb von drei Jahren um 27 Prozent zurück gegangen.
Neue Technologien, revolutionäre Onlineformate und gewandeltes Nutzerverhalten stellen die Printmedien und ihre traditionellen Erscheinungsformen auch zukünftig vor neue Fragen. Die Abwanderung von Rubriken wie Stellen- und Immobilienanzeigen ins Internet lässt weitere Finanzierungslöcher aufklaffen.
Kostensenkung und Personalreduzierung waren zudem durch die zunehmende Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe nach Basel II für viele Tageszeitungen und Verlagshäuser unausweichlich.
Mit den Ergebnissen der Befragung sollen Reaktionen der Verlagshäuser analysiert und Konsequenzen für den redaktionellen Alltag aufgezeigt werden. Dies soll Tageszeitungen die Möglichkeit geben, die eigene Situation und bereits eingeleitete Maßnahmen im Benchmark zu prüfen. Die Forschungsgruppe erhofft sich darüber hinaus Erkenntnisse, aus denen sich Zukunftsperspektiven auch für die Hochschulausbildung im Medienbereich ableiten lassen. So soll eine „Gebrauchsanleitung für die zukünftige Finanzierung des Qualitätsjournalismus“ in der Medienwelt entstehen.
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